Ortsgeschichte

Bergbauern

Die auf Übersaxen im 14. Jahrhundert einsiedelnden Walser, anfänglich abwertend als Fremde bezeichnet, haben zur Aufwertung des heimatlichen Kulturraumes beigetragen, das kann heute noch erkannt werden. Manchmal ergaben sich wohl Meinungsverschiedenheiten mit den Alteingesessenen, doch versuchte man solche zu schlichten. 

Nicht immer aber erwies sich die raue Gebirgsnatur von Übersaxen als angenehmer Partner. So mussten vereinzelt erschlossene Siedelstätten aufgelassen werden, wie einige nahe Beispiele zeigen. So schien auch nach fast zwei Jahrhunderten das „Aus“ für die Gebiete „Pruniewes und Gafradur“ gekommen. Von den Besitzern aufgegeben und von der Gemeinde Übersaxen zurückgekauft, standen die Gebiete nunmehr als Allmende-Weideland oder Voralpe (zur Hauptalpe Portla) zeitweise in Nutzung.

Aus dem Namen „Pruniewes“ wurde das bekannte „Brunnenwies“ – mit gutem Wasservorkommen – und aus „Gafradur“ bildete sich der wörtliche Übersetzungsname „Schwemme“.

Bis dato wurde die früheste Erwähnung des Ortsnamens von Übersaxen nach dem alten Montforter Urbar zum Jahre 1363 angenommen. Die zitierte Urkunde von 1348 war als solche bekannt. In dem darüber ausgestellten Regest wurden die enthaltenen Örtlichkeitsnamen jedoch falsch gelesen als: Pinniwis/Pinnues und Gafradur – zudem in Unkenntnis in den Raum Montafon verwiesen und von Forschern so ausgewertet (Bilgeri / Ulmer / Zehrer).


Nach der neuen Leseart „Pruniewes und Gafradur“ und aufgrund der Lokalkenntnis (Flurnamenforschung) wird davon ausgegangen, dass beide Örtlichkeitsnamen als zu Übersaxen gehören, was weitere Urkunden und der Gebietsrückkauf seitens der Gemeinde Übersaxen belegen können.