St. Rochuskapelle

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St. Rochuskapelle

Der liebliche, im saftigen Grün prangende Rainberg, eine Stufe zur Rheintalkanzel, wie Übersaxen wegen seiner Lage genannt wird, ist im Besitze des größten Kleinods des Gemeinwesens Übersaxen, der St. Rochuskapelle. Eine so anmutiges Erdenfleckchen muss wohl den schwäbischen Dichter zu seinem Lied „Droben stehet die Kapelle, schauet still ins Tal hinab“ inspiriert haben.

Ein Chronist führt die Entstehung der Kapelle auf ein Verlöbnis zurück, das die Bevölkerung beim schrecklichen Wüten der Pest um die Wende des 15. Jahrhunderts ablegte. Sie dürfte um etwa 1470 erbaut worden sein.

Mehrmals ist von einer Wiederinstandsetzung die Rede. Verbürgt ist das Jahr 1607, in dem die Herren von Altmannshausen, Hubmeister zu Feldkirch, den Pestaltar stifteten. In einem lateinischen Zweizeiler über dem Altarmittelbild wird der Hl. Rochus angerufen: „St. Rochus, vertreibe die Keime der schrecklichen Seuchen, jage ins Pfefferland rasch die verderbende Pest.“ Der Aufsatz enthält die Jahreszahl 1607 und das Wappen der Altmannshausen.
Ob die Kapelle, deren Charakteristik in Dr. Ulmers Kirchenbuch mit „Einheitlicher Raum mit 3 Achteckseiten, dreiseitig gebrochene Holzdecke mit Felderteilung durch aufgelegte Leisten“, beschrieben wurde, trotz oftmaliger Instandsetzung in der derzeitigen Gestalt errichtet wurde, geht aus Quellen nicht hervor.

Im neuen Glanze erstrahlt das Kirchlein nach der im Jahre 1978  begonnenen und wohl umfassendsten Restauration. Dabei erfuhr auch der wertvolle Bildschmuck, die Kostbarkeiten der Rainberg-Kapelle, eine völlige Erneuerung. Das Schreinbild (1607) St. Maria mit dem Kind (16. Jh.), Franz von Assisi (16. Jh.), Christkind (17.Jh.) und das Votivbild (1692) bekamen unter der Hand des akd. Malers neue Frische. Die beiden Altarflügel wurden im Atelier des Bundesdenkmalamtes in Wien restauriert.

Zur Patronin der Kapelle wurde die hl. Elisabeth Bona von Reute (Württemberg), im Volksmund die „gute Beth“ genannt, erkoren. Obwohl bis in die jüngste Zeit in Schriften stets als Kapelle der hl Elisabeth Bona bezeichnet, war sie dem Volke von altersher als Rochuskapelle geläufig.

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